Regisseur Joseph Vilsmaier hat gestern in Düsseldorf mit den Dreharbeiten für den ARD-Zweiteiler „Blutendes Herz“ mit Mario Adorf und Heinz Hoenig begonnen. Der Start war nach einem Einbuch bei der Produktionsfirma bis zuletzt gefährdet. „Wir sind nach den letzten Tagen erleichtert“, sagt Produktionsleiter Gunnar Juncken. Die Polizei hatte die Einbrecher fassen und die Drehpläne sicherstellen können. In Düsseldorf will der Film-Tross 27 Tage lang arbeiten.
Vilsmaier („Stalingrad“, „Schlafes Bruder“) sprach nach den ersten Szenen von einem „schleppenden Beginn“ der Dreharbeiten. Der Bayer gilt als Experte für historische Stoffe. Zuletzt hatte der 64-Jährige unter anderem mit seinem Kinostreifen „Mythos Marlene“ über das Leben des Filmstars Marlene Dietrich viele Filmkritiker enttäuscht. Mit seinem in den 60er Jahren spielenden neuen Zweiteiler hofft Vilsmaier nun, „Publikum und Kritiker“ zufrieden zu stellen.
Die Geschichte führt – nach einer wahren Begebenheit – in das Mafia-Milieu und spielt in Norddeutschland und Italien. Die Ausstrahlung sei im Herbst 2004 in der ARD geplant.
Die Brücke zwischen dem Kalkweg und Schloss Heltorf hatte es den Location Scouts ebenso angetan wie das Kapellchen: Ideale Orte für einige Szenen des ARD-Zweiteilers „Blutendes Herz“, befanden sie. Und so hatten Regisseur Joseph Vilsmaier an der Kamera, die Schauspieler Gunter Gillian (Tatort, Kommissar Rex) und Lara Joy Körner (Rosamunde Pilcher) sowie 50 Leute vom Set gestern ihren ersten Drehtag in Angermund – befragt und begutachtet von Radlern, Läufern und Autofahrern. Die mussten zwischendurch vor dem Brückchen warten, um nicht zu unfreiwilligen Statisten in dem Film zu werden, der in den 60ern spielt. Komparsen wurden gestern ohnehin noch nicht gebraucht: Gillian als sizilianischer Macho Gaettano hat einen roten Alfa Cabrio geklaut und macht eine Spritztour mit Lara Joy alias Vera. Nach ihr soll der Film, der von der NRW-Filmstiftung gefördert wird, jetzt benannt werden.
Mitten in der schönsten Spazierfahrt kommt den beiden ein Polizeikäfer in die Quere. Ein „echter“ Polizist, der gestern kurz zuschaute, mochte gar nicht glauben, dass die Kostüme „echt“ waren – doch Produktionsleiter Gunnar Juncken versicherte: „Alles originalgetreu. Nur nicht die Polizisten, das sind Stuntmen, die richtig gut fahren müssen.“ Während die Vier auf und ab kurvten, sorgte das Team für Ruhe – soweit es Gespräche und Schaulustige betraf. Bei den Flugzeugen und den Schnellzügen ging das nicht – und so musste oft genug abgebrochen oder gewartet werden, bis die Maschinen vorüber waren. „Das wird auch in Kaiserswerth nächste Woche nicht einfach“, so Juncken, der betonte, dass der Markt für die Aufnahmen „nicht gesperrt“ wird. „Aber für so eine Kulisse …“
Nach der Verfolgungsjagd wurde es gestern vor Schloss Heltorf noch richtig romantisch: „Vera“ ist schließlich eine Liebesgeschichte. Der Sizilianer macht der Norddeutschen einen Heiratsantrag. Worauf sie ihm in seine Heimat folgt und … Doch das ist schon wieder ein ganz anderer Teil der Story, und der wird in anderen Teilen Europas gedreht.
Drehstart: „Blutendes Herz“ heißt jetzt „Vera“
Ausnahmezustand im beschaulichen Angermund: Straßensperren, verwirrte Autorfahrer und Passanten, ein Polizeiwagen rast hinter einem roten Alfa Cabrio her. Nein, kein Einsatz der Düsseldorfer Polizei – sondern Action pur für Starregisseur Joseph Vilsmaier.
Der Macher großer Kinoerfolge wie „Herbstmilch“, „Stalingrad“, „Das doppelte Lottchen“, „Schlafes Bruder“ und „Comedian Harmonists“ dreht seit gestern fürs Fernsehen – einen überdimensionalen Zweiteiler, der im Herbst 2004 in der ARD zu sehen sein wird.
In dem roten Italoflitzer sitzen die beiden attraktiven Hauptdarsteller Gunter Gillian und Lara Joy Körner (Tochter von Diana Körner). Bis Anfang Oktober werden sich un und um Kaiserswerth noch Stars wie Mario Adorf, Heinz Hoenig, Max Tidof, Roswita Schreiner und Martin Semmelrogge die Klinke in die Hand geben.
In der 4,8-Millionen-Produktion „Vera“ (ursprünglicher Titel „Blutendes Herz“), die in den 60er Jahren spielt, geht es um die Geschichte einer jungen Verkäuferin, die sich den Sohn eines Eisdielenbesitzers verliebt und mit diesem nach Sizilien geht … wo beide Bekanntschaft mit der Mafia machen.
Für Vilsmaier ist Kaiserswerth die ideale Location: „Der Ort hat mir wahnsinnig gut gefallen – da passt das Ambiente perfekt, auch wenn der Schauplatz eigentlich an der Elbe liegt.“ Produzent Klaus Graf lobt die perfekte Logistik: „Es läuft wirklich alles wie am Schnürchen – hier macht es richtig Spaß, zu drehen.“