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Weihnachtliche Dreharbeiten mit
Fritz Wepper und Ruth Drexel

Ganze Woche
15. Februar 2006

Den arroganten Zyniker mimt er nur vor der Kamera. Privat ist Fritz Wepper, 65, Hauptdarsteller im Weihnachtsmärchen "Das Weihnachtsekel", das derzeit gedreht wird, genau das Gegenteil. „Er ist einer der lustigsten Menschen, die ich kenne. Den ganzen Tag über unterhält er das Filmteam mit seinen witzigen Erzählungen. Es gibt immer was zu lachen, “ sagt Julia Cencig, 33, eine der Hauptdarstellerinnen. Sie spielt Felicitas Fernandez, eine hübsche Mexikanerin, die man für Herrenabende buchen kann.

Wepper verkörpert die Titelrolle des Egozentrikers Robert Lahnstein, eines gefürchteten TV-Kommentators, der nichts und niemanden ausstehen kann. Und schon gar nicht das „Lügenfest" Weihnachten. Deshalb macht sich Lahnstein davon - in seine einsame Berghütte, in die er sich über die Feiertage zurückziehen will. Doch er landet in einer Scheune, in der die verschiedensten Menschen Zuflucht gesucht haben. Robert Lahnstein erlebt sein schönstes Weihnachtsfest ausgerechnet mit Menschen, die er sich nicht ausgesucht hat.

„Im Gegensatz zu meiner Rolle liebe ich seit jeher Weihnachten. Ich freue mich immer wie ein kleines Kind, wenn meine Frau den Weihnachtsbaum schmückt und ich die Geschenke auspacken kann. Einfach ein herrliches Fest“, so Wepper, der einst neben Liza Minnelli im Oscar-Hit ,,Cabaret" spielte. Zu seiner Freude ist am Drehort Praxmar im Sellraintal (T) trotz Faschingszeit eine besinnliche Stimmung. ,,Meterhoch Schnee. Und in einigen Gasthäusern ist die Weihnachtsdekoration noch gar nicht abgebaut."

„Bullen"-Mama Ruth Drexel, 76, ebenfalls Scheuneninsassin spielt zum ersten Mal unter der Regie des bekannten bayerischen Filmemachers Joseph Vilsmaier, der durch Filme wie "Schlafes Bruder" oder "Herbstmilch" berühmt wurde. „Er ist ein begnadeter Filmemacher. Sogar die Schafe in der Scheune halten sich an seine Anweisungen. Wenn wir drehen, sind sie mucksmäuschenstill. Aber während der Drehpausen blöken sie laut. Sie wissen sich zu benehmen, “ lacht die beliebte Schauspielerin.

 

Das Weihnachtsekel"
residiert im tief winterlichen Tirol

ORF Kundendienst

Dreharbeiten zum ORF Weihnachtsfilm OO6 laufen auf Hochtouren

Er mag keine Menschen auch nicht zu Weihnachten. Er möchte allein sein -auch am Heiligen Abend. Nur am Montag, dem 30. Jänner 2006, gewährte "Das Weihnachtsekel" Audienz- am Set im tief Verschneiten Tiroler Ort Praxmar im Sellraintal, wo zurzeit die Dreharbeiten zum gleichnamigen ORF-Weihnachtsfilm 2006 auf Hochtouren laufen. Fritz Wepper ist der Hauptdarsteller in diesem so berührenden wie tragisch- komischen Film, der noch bis 4. Februar gedreht wird. „lch will, dass die Leute sagen: So wie der will ich nicht sein", umreißt der viel gefeierte deutsche Mime, der einst neben Liza Minelli im Oscar-Hit "Cabarets" spielte, seine Rolle, die ihm sichtlich Spaß macht. Worte wie "zutiefst zynisch", „böse", "präpotent" und "arrogant" fallen in der Rollenbeschreibung- aber auch das Wort "Läuterung" .

Wepper verkörpert die Titelrolle des Egozentrikers Robert Lahnstein, eines gefürchteten TV Kommentators, der nichts und niemanden ausstehen kann, und schon gar nicht das "Lügenfest" Weihnachten. Deshalb macht sich Lahnstein davon- in seine einsame Berghütte, in die er sich über die Feiertage zurückziehen will. Doch er landet in einer Scheune in der die verschiedensten Menschen Zuflucht Gesucht haben- und verbringt eine Nacht, die sein Leben verändert.

In weiteren Rollen- "Das Weihnachtsekels" ist eine Produktion von Graf-Film für ARD und ORF mit Unterstützung von Fernsehfonds Austria und Cine Tirol- spielen Ruth Drexel, "Soko Kitzbühel"-Kommissarin Kristina Sprenger, Julia Cencig sowie Gerd Silberbauer, Michael Roll und Gunther Gillian- als Lahnsteins „verlorener Sohn“. Das Drehbuch stammt von Rolf-Rene Schneider. Regie führt der "Bergkristall" und "Vera- Die Frau des Sizilianers" -Macher Joseph Vilsmaier, von sämtlichen "Weihnachtsekel"-Schauspielern mit viel Lob bedacht.

Ein begnadeter Handwerker
Produzent Klaus Graf bringt es auf den Punkt: "Er ist für mich DER Regisseur, alle lieben ihn. „Julia Cencig, die laut ihres Produzenten „für das exotische Moment im Film“ zuständig ist, arbeitet das erste Mal mit Vilsmaier: „Aber ich hoffe nicht das letzte Mal, es ist einfach wunderbar." Bullen"-Mama Ruth Drexel, ebenfalls Scheuneninsassin, die das "Ekel" knackt - und ihres Zeichens ebenso Vilsmaier-Debütantin-, präzisiert“:Er ist unglaublich effizient, ein begnadeter Handwerker, der das Filmemachen versteht wie kaum ein anderer."

Vilsmaier kann die Lorbeeren nur zurückgeben“: Es ist ein Freude, mit Menschen zu arbeiten, die eigene und gute Ideen einbringen. So bekommt der Film noch mehr Kraft, weil er noch glaubhafter wird." Klar, dass Produzent Klaus Graf frohlockt: "Wir haben ein sensationelles Ensemble."

Doch auch die Location südöstlich von Innsbruck garantiert freudige Gesichter. Viel Schnee, eine authentische Scheune, darin Stroh, eine Schafsherde und eine schwangere Frau (Kristina Sprenger) lassen nur eine Konnotation zu: Hier weihnachtet es sehr. Die abgelegene Ortschaft Praxmar bietet noch mehr:
Joseph Vilsmaier: "Wir drehten eine Szene, bei der Lahnstein und sein Sohn im Schnee laufen. Wir haben unten am See ein Platzerl entdeckt, das hüfthoch mit Schnee bedeckt war. Noch dazu war es unberührt ideal!"  Dennoch: Manchmal ist auch die verschneiteste Umgebung nicht winterlich genug - und so karrte die Crew drei Lkw-Ladungen Schnee direkt vor die Scheune, um die heutigen Szenen ("Verlassend der Scheune") drehbuchgerecht über die Bühne zu bringen.

Bis zur ORF-Ausstrahlung wird dieser Schnee jedoch trotz der hohen Lage von ca. 1.600 Meter Seehöhe geschmolzen sein- "Das Weihnachtsekel“, bei dem u. a. auch Schauplätzen in Innsbruck und München als Drehorte dienten, ist  als Highlight des ORF Weihnachtsprogramms 2006 eingeplant.

 

Vilsmaier dreht Weihnachtskomödie für die Graf/Degeto

Blickpunkt Film 8/06

Nach dem Fest ist vor dem Fest.
München – Im tiefverschneiten Sellraintal gingen unter Regie von Joseph Vilsmaier die Dreharbeiten zu „Das Weihnachts-Ekel“ mit Fritz Wepper in der Titelrolle zu Ende. Der Film ist eine Produktion der Graf film mit der Degeto für ARD und ORF. Das Drehbuch schrieb Rolf-René Schneider.

Produzent Klaus Graf, Autor Rolf-René Schneider und Degeto-Chef Wolfgang Jurgan sehen sich als erfolgreiches Gespann. Man spreche einfach die gleiche Sprache, versichern die drei einhellig. Nach ihrem jüngsten Erfolg, dem Zweiteiler ,,Rosen unter Dornen" (MA: 20 und 21,5 Prozent), wurde die Zusammenarbeit jetzt mit der siebten gemeinsamen Produktion, dem etwas anderen Weihnachtsfilm ,,Das Weihnachts-Ekel", fortgesetzt. Degeto-GF Jurgan hat als Zeichen seines besonderen Engagements die Redaktion übernommen.

Als Regisseur holte Klaus Graf Joseph Vilsmaier ins Boot, den der Produzent während der bislang größten Produktion seiner Firma, dem Zweiteiler ,,Vera- Die Frau des Sizilianers", als ,,absoluten Profi und Partner auf dem Set" zu schätzen gelernt hat. Vilsmaier bereitet gerade seinen neuen Kinofilm ,,Stern von Afrika" über den Afrikafeldzug Erwin Rommels vor. ln Vorbereitungsphasen für Kinoprojekte arbeite er gern einmal fürs Fernsehen, erzählt der Regisseur. Deshalb zögerte er nach eigenem Bekunden keine Sekunde, als er das Buch zu ,,Das Weihnachts-Ekel" bekam: „lch habe mich schon beim Lesen totgelacht. Mir gefallen diese ausgeklügelten Dialoge", lobt er den Stoff. Den hat Rolf-René Schneider Hauptdarsteller Fritz Wepper auf den Leib geschrieben, ,,weil er einer der wenigen deutschen Schauspieler ist, die auch ein Ekel liebenswert darstellen können", so der Autor.

Fritz Wepper ist der egozentrische TV-Kommentator Robert Lahnstein, bekennender Weihnachtshasser und auf der Flucht vor dem ,,Lügenfest" Selbst auf die Gesellschaft seines Sohns, eines Pianisten, den er für einen Versager hält, legt er keinen Wert. Sein Zufluchtsziel ist eine einsame Berghütte, die Fahrt dorthin endet jedoch abrupt an einem Baum mitten in der Wildnis. Zu Fuß erreicht Lahnstein eine Scheune, wo er auf einen bunt zusammengewürfelten Haufen von Gestrauchelten trifft, die hier ein Dach über dem Kopf gefunden haben. In deren Gesellschaft erlebt der griesgrämige Zyniker schließlich sein eigenes kleines Weihnachtswunder. Neben Wepper wirken Ruth Drexel als entflohene Altersheimbewohnerin und Gerd Silberbauer Als intellektueller Penner mit. Die ,,Soko Kitzbühel"- Kommissarin Kristina Sprenger spielt eine Hochschwangere die, es nicht mehr ins Krankenhaus geschafft hat, und Michael Roll einen in Versuchung geratenen Geldboten auf der Flucht. Außerdem sind Julia Cencig als Tänzerin und Gunther Gillian in der Rolle des Lahnstein-Sohns mit von der Partie.

Bei eisigen Temperaturen von bis zu minus 26 Grad herrschten extreme Bedingungen am Set in Praxmar. Die herrliche Kulisse auf 1700 Meter Höhe entschädigte allerdings für die Strapazen. „Ein Traum“, schwärmt der Produzent, der den Film mit Blick auf Location, Hauptdarsteller und Regisseur als ,,alpenländische Produktion" beschreibt, was für die ,,Authentizität" des FiIms bürge. Authentizität ist auch für Wolfgang Jurgan ein wichtiges Stichwort: ,,Weihnachtsgeschichten sind ein Schwieriges Terrain", meint der Degeto-Chef. ,,Man darf nicht zu süßlich werden. Die Figuren müssen ehrlich sein, und der Film muss natürliche Herzenswärme haben.“

" Wie alle Filme Klaus Grafs ist auch “Das Weihnachts- Ekel" keine Auftragsproduktion und Entstand mit Fördergeldern des Fernsehfonds Austria und von Cine Tirol. Die Degeto ist mit einer Koproduktionsbeteiligung dabei. Trotz des höheren Risikos der Vorfinanzierung schwört Graf auf dieses Modell: ,,Es stellt die einzige Möglichkeit dar, um nicht nur Dienstleister zu sein und eine persönliche Note einbringen zu können.“ Außerdem verbleiben Die Rechte beim Produzenten. Während das Team Graf/Schneider Bereits an Einem weiteren Degeto-Zweiteiler bastelt, muss sich Joseph Vilsmaier bald ins Höhentrainingslager begeben. Nach ,,Der Stern von Afrika" will er die Tragödie um den Tod von Reinhold Messners Bruder Günther ins Kino bringen. Die Dreharbeiten sollen u.a. am Nanga Parbat, und am Ortler stattfinden.

 

"Als Ekel ist er unübertrefflich"

Kultur und Medien, Donnerstag 14. Dezember 2006

Stürmische Nacht: in „Das Weihnachts-Ekel“ (Freitag, ORF 2,20.15 Uhr) zeigt sich Fritz Wepper von seiner bissigen Seite.

Um es vorweg zu sagen. Fritz Wepper ist wieder fies noch eklig. Mit ein bisschen Fantasie könnte man sich den 65-Jährigen sogar als herzallerliebsten Weihnachtsmann vorstellen.
Dass er dennoch zum „Weihnachtshasser“ mutierte, liegt daran, dass er gern schauspielert: „Ich muss kein Killer sein, um einen zu spielen. Und genauso wenig muss ich Weihnachten verabscheuen oder ein Kotzbrocken sein, um einen selbstgefälligen Fiesling glaubhaft darzustellen“, sagt er und fügt schmunzelnd hinzu: „Vielleicht bin ich im wahren Leben manchmal ein bisschen grantig, jedoch nie ekelhaft.“ Aber der Reihe nach. Der TV-Fm „Das Weihnachts-Ekel“ (15.12., ORF 2, 20.15 Uhr) von Regisseur Joseph Vilsmaier und der Kärntner Graf-Film ist alles andere als ein schnulziges 08/15-Weihnachtsmärchen. Hier geht es nämlich richtig zur Sache.

Der Inhalt Fritz Wepper verkörpert die Rolle des Egozentrikers Robert Lahnstein. Und der hält Weihnachten für ebenso verlogen wie die Politik. Als der schrullige Zyniker auf der Flucht vor dem Fest in den Bergen verunglückt, gelingt es ihm mit letzter Kraft, eine eingeschneite Scheune zu erreichen. Dort haben sich sehr zu seinem Leidwesen, die unterschiedlichsten Menschen versammelt: ein vermeintlicher Sandler (Gerd Silberbauer) mit viel Poesie. Eine junge, hochschwangere Frau (Kristina Sprenger), die den Weg ins Krankenhaus nicht mehr schaffte. Thomas Sattler (Michael Roll), ein Geldbote mit einem Geheimnis, mit seinem kleinen Sohn Moritz (Oskar Weiskopf) im Schlepptau. Die fesche Mexikanerin Felicitas Fernandez (Julia Cencig), die auch gerne für Herrenabende gebucht wird, und Rita Waltleitner (Ruth Drexel), eine agile, ältere Dame auf der Flucht vom Altersheim ins wahre Leben.

Nach vielen Hindernissen erlebt die Scheunengesellschaft, wie Lahnstein über sich hinauswächst und sich allmählich vom arroganten Fiesling zum liebenswerten Menschen wandelt.

Die Dreharbeiten im malerischen Tiroler Sellraintal scheinen dem bayerische Fernsehstar – allen Anstrengungen zum Trotz – viel Spaß bereitet zu haben: „Wir hatten eine wunderschöne Drehzeit und die Wandlung, meiner Filmfigur vom Saulus zum Paulus hatte für mich etwas sehr Reizvolles“, schwärmt der gebürtige Münchner und offenbart, für einige Szenen auch an seine Schmerzgrenze gegangen zu sein.

Hüfthoher Schnee durch hüfthohen Schnee zu stapfen sei, so Wepper, auch für einen aktiven Menschen kein Pappenstiel. Auf seine Arthrose und Hüftoperation angesprochen, winkt der passionierte Golfer jedoch ab: „ich bin topfit. Die neue Hüfte ist sogar besser als die alte.“ Auch Filmproduzent Klaus Graf streute seinem Titelhelden Rosen: „Der Fritz ist in die Rolle förmlich eingeflossen. Als Ekel ist er unübertrefflich. Privat ist er jedoch ein unwahrscheinlich lieber Mensch.“

 

Wundersame Wandlung

KTZ
Sonntag, 17. Dezember 2006

Treten Starregisseur Joseph Vilsmaier, Schauspieler wie Fritz Wepper, Ruth Drexel, Gerd Silberbauer, Julia Cencig, Michael Roll etc. gemeinsam auf, ist allemalen Aufmerksamkeit angesagt. So auch diesmal, als ,,Das Weihnachts-Ekel" auf dem TV-Programm stand und erfreulicherweise zeigte, dass filmische Ernsthaftig- und Heiterkeiten nicht, immer aus amerikanischen Landen kommen müssen. Die Geschichte war schlicht: Ein Ungustl, der von anderen Menschen grundsätzlich nichts und von Weihnachtsfeierlichkeiten schon gar nichts hält, wird durch einen Zufall mit unterschiedlichsten Typen konfrontiert und belehrt, bis er über Nacht zum Liebmenschen mutiert. Leider spielt es solche Geschichten im wahren, Leben nur selten -einmal Muffel, immer Muffel, hat uns der Alltag meist gelehrt. Vielleicht liegt dies auch daran, dass wir uns um die zweibeinigen Ekel einfach zu wenig kümmern und nicht versuchen, herauszufinden, ob sich unter der rauen Schale vielleicht doch irgendwo ein weicher Kern verbirgt.

 

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