
Drehstart für zweiteiligen ORF/ARD-Thriller mit Marion Mitterhammer und Andrea Eckert
Noch ist sie in der deutsch Bundeshauptstadt, bald droht Ann-Kathrin Kramer aber "Im Meer der Lügen" unterzugehen: In Berlin haben am Dienstag, dem 24. April 2007, die Dreharbeiten zum gleichnamigen Thriller, in dem ein Traumurlaub für die junge Mutter Stefanie Ritter alias Ann-Kathrin Kramer zum Albtraum wird, begonnen. Neben Ann-Kathrin Kramer in der Hauptrolle spielen Thomas Sarbacher, Marion Mitterhammer, Andrea Eckert und Wolfgang Stumph.
Mit ihrem Leben ist Stefanie Ritter (Ann-Kathrin Kramer) ganz zufrieden. Sie hat ihren fünfjährigen Sohn Timmi (Laurence Gothe), ein florierendes Reinigungsunternehmen und in der Anwältin Andrea Heine (Marion Mitterhammer) eine Freundin, mit der man Pferde stehlen kann.
Als eines Tages der Pilot Kai Mertens (Thomas Sarbacher) seine Uniform zur Reinigung bringt, funkt es zwischen den beiden. Stefanie kann ihr Glück kaum fassen und findet sich binnen kürzester Zeit in einer leidenschaftlichen Beziehung wieder. Zu ihrem Geburtstag überrascht Kai sie mit einer Einladung zu einem traumhaften Urlaub in Mexiko. Stefanie zögert zunächst, doch als Andrea ihr verspricht, sich in der Zwischenzeit um Timmi zu kümmern, stimmt sie zu und sitzt schon am nächsten Tag mit Kai im Flugzeug.
Die beiden Verliebten genießen den ersten Abend auf ihrer herrlichen Terrasse über dem Meer. Doch dann gerät der Traumurlaub für Stefanie zum Albtraum: Als sie morgens erwacht, ist das Bett neben ihr leer. Blutspuren führen auf die Terrasse, wo der blutverschmierte Mestizen-Dolch liegt, den sie auf einem Markt für Kai gekauft hat - von ihm selbst weit und breit keine Spur.
Stefanie wird unter Mordverdacht verhaftet und landet in einem mexikanischen Gefängnis. In den Zellen herrschen raue Sitten, die die Deutsche besonders zu spüren bekommt. Mysteriöserweise kann die verzweifelte Mutter in Deutschland niemanden erreichen - ihr früheres Leben ist wie ausgelöscht.
Eines Tages erscheint Paul Linke (Wolfgang Stumph) im Gefängnis, ein gestrauchelter Anwalt aus dem früheren Osten, der sich in Mexiko das Leben schön trinkt. Er soll Stefanie vertreten, hat aber wenig Hoffnung, dass seine Mandantin ungeschoren aus dieser Sache herauskommt. Wütend und verzweifelt macht Stefanie ihm klar, dass sie um ihr Recht kämpfen wird. Beeindruckt von der Entschlossenheit der Frau verspricht Linke schließlich, ihr zu helfen.

Bei der neuesten Filmproduktion der Kärntner Graf-Film ist Marion Mitterhammer die Böse. Die Kleine Zeitung war in Berlin vor Ort am Set.
Sie wirkt zerbrechlich und ist abgrundtief schlecht. Für Geld ist sie bereit, Morde zu planen und dabei aus ihren tiefgründigen Augen unschuldig zu schauen. Die Rolle, die Schauspielerin Marion Mitterhammer im jüngsten Projekt der Graf-Film Kärnten übernommen hat; ist alles andere als sympathisch. ,,Ich werde auf der Straße empörte Bemerkungen einstecken müssen."
Damit rechnet die erfolgreiche Schauspielerin, die mit Ann Kathrin Kramer (,,Freundschaften und andere Neurosen", ZDF), Thomas Sarbacher (,,Lutter – Essen ist fertig", ZDF) und Wolfgang Stumph (,,Stubbe") bis 12. Juni in Berlin am Großglieniker See in einem Privathaus dreht. Alles läuft entspannt, die Crew lässt sich von den Reportern der Kleinen Zeitung nicht irritieren. Die Straße ist zeitweise gesperrt, die meisten Anwohner haben Verständnis. Das wird bei der nächsten Station des Filmteams, Mexiko, nicht ganz so einfach. Erfolgsregisseur Jörg Grünler (,,Neger, Neger, Schornsteinfeger") hat mit Produktionsleiter Michael Pokorny und Produzent Klaus Graf schon im Vorfeld versucht.die Behördenwege zu ebnen und Drehorte wie ein Gefängnis zu suchen. ,,Wenn wir unten sind, kann alles anders sein". erzählt der 62-jährige Filmemacher Grünler aus seinem Erfahrungsschatz.
Im mexikanischen Gefängnis wird nicht die ,,Böse" landen. Es ist Ann Kathrin Kramer der übel mitgespielt wird. Der Thriller nach einem Drehbuch von Rolf Rene Schneider verspricht Hochspannung. Die mordschwangere Atmosphäre beim Dreh kann die Stimmung am Abend nicht beeinflussen. Regisseur und Beleuchtungscrew hatten zum Wildschweinessen eingeladen. Ein lockerer Ausklang eines mörderischen Drehtages, der am nächsten Tag wieder um Punkt 8 Uhr beginnt.

„Sich zu irren, ist nicht erlaubt“
Berlin – Bis Mitte Juni dreht Jörg Grünler für den Zweiteiler „Im Meer der Lügen“ noch in Berlin, dann wird die Graf-Film-Produktion für zwölf Drehtage nach Mexiko verlegt. Rolf-René Schneider schrieb das Drehbuch zu der Lizenzproduktion, in der es um eine perfide Kindesaneignung geht.
In einem mexikanischen Gefängnis soll Stefanie (Ann-Kathrin Kramer), fälschlich des Mordes beschuldigt, versauern, während sich ihre angeblich beste Freundin Andrea (Marion Mitterhammer) um die Adoption von Stefanies Sohn Timmi bemüht, dem Schlüssel zu ihrem eigentlichen Ziel. Unterstützung findet Stefanie in dem desillusionierten Anwalt Paul (Wolfgang Stumph), den es nach der Wende nach Mexiko verschlagen hat. „lm Meer der Lügen" sei zwar ein Thriller, doch "inhaltlich ein großes emotionales Frauenstück" so Produzent Klaus Graf. Jörg Grünler möchte eine Geschichte erzählen, die sich auch als Thriller über die ldentifikation mit der Mutter trägt. Der Zuschauer solle mit der Mutter Angst haben, um sie selbst und um ihr Kind, beschreibt es der Regisseur: "Wenn die Emotionen nicht kitschig, sondern nachvollziehbar erzählt werden, entsteht dabei eine Wahrhaftigkeit, die den Zuschauer packt."
Der Großteil der Geschichte spielt am Rand Berlins, wobei Grünler darauf bedacht ist, die Großstadt mit einzubeziehen. Etwa eine halbe Stunde des Films spielt in Mexiko. Drehorte dort sind ein noch nicht ganz zu Ende gebautes Gefängnis und eine Villa auf einer Klippe über dem Pazifik. Auch die karge Landschaft spielt eine bedeutende Rolle. „Wir haben lange daran gearbeitet, die in Mexiko spielenden Szenen authentisch zu gestalten“, erzählt Jörg Grünler. In Mexiko wird ein Dienstleister den Dreh durchführen. Die einheimische Crew und Technik stammen aus Mexiko Stadt. In Berlin führt wie schon bei ,,Auch Erben will gelernt sein" Schiwago Film den Dreh für Graf Film durch.
Die gesamte Drehzeit beträgt 48 Tage.
Eigenproduktionen statt Auftragsproduktionen lautet das Konzept, das Klaus Graf sowohl mit seiner österreichischen als auch seiner deutschen Firma verfolgt. „ln diesem Modell sehe ich mich mehr als Produzent, weil ich dadurch sehr viel verantwortlicher in die inhaltliche Gestaltung eingebunden und nicht bloß Dienstleister bin", sagt Klaus Graf, der den Zweiteiler mit der Graf Film Gmbh München produziert, und verweist auf eine wichtige Grundbedingung für eine solche Konstellation: "Ohne gegenseitiges Vertrauen geht es nicht." Der wesentliche Unterschied zwischen einer Auftrags- und einer Eigenproduktion liege darin, dass die Auftragsproduktion durchgehend vom Redakteur begleitet werde, es bei der Eigenproduktion jedoch nur eine Grundabstimmung in der Buchphase gebe, erklärt Graf. Von da an bis zum Sendeband liegt die Umsetzung dann in seiner alleinigen Verantwortung. "Das Risiko bleibt komplett beim Produzenten, da die Lizenzgelder erst nach der Abnahme überwiesen werden", macht Graf deutlich. Auch wenn Eigenproduktionen erst in Angriff genommen werden, wenn es einen Lizenznehmer gibt, heißt dies nicht, dass eine Produktion damit durchfinanziert ist. Bei "Vera – Die Frau des Sizilianers" etwa waren DVD- und Auslandsverkäufe notwendig, um die Kosten zu recoupen.
Klaus Graf kann mit beiden Firmen zwei, drei Filme im Jahr betreuen. "ln dieser Größenordnung kann ich mich aus unternehmerischer und persönlicher Sicht noch voll in die Filme einbringen", sagt er. Das ist auch notwendig, denn Klaus Graf produziert für quotenorientierte Sendeplätze. „Und sich hier zu irren, ist nicht erlaubt.“