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Mittwoch, 25. Mai 2016 10:51
Kategorie: News

Am 24. Mai wurde die „Universum History“-Produktion in Anwesenheit von Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser, ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner, ORF-Kärnten-Landesdirektorin Karin Bernhard von „Universum History“-Projektleiter Tom Matzek sowie Angehörigen der Familie Ressmann und Zelloth im ORF-Landesstudio Kärnten präsentiert.

Im Gespräch mit dem Produzenten Klaus Graf (Graf Film) und den Regisseuren Robert Schabus und Andrina Mračnikar (szenische Regie) erläuterte Chefredakteur Bernhard Bieche die Besonderheiten der Produktion, einer Koproduktion von ORF, Graf Film und BMBF, gefördert von Zukunftsfonds der Republik Österreich, Land Kärnten und Carinthia Film Commission, die im Zweikanalton (deutsch und slowenisch) ausgestrahlt wird und Teil eines multimedialen ORF-Schwerpunkts ist.

ORF-Fernsehdirektorin Mag. Kathrin Zechner: „Österreichische Geschichte des 20. Jahrhunderts spürbar und begreifbar machen“

„Die österreichische Geschichte des 20. Jahrhunderts spürbar und begreifbar zu machen, ist unser erklärtes Ziel dieser Reihe“, sagte ORF-Fernsehdirektorin Mag. Kathrin Zechner und führte weiter aus: „Geschichte ist auch das, was Menschen oder Familien in einer größeren gesellschaftlichen Entwicklung erleben, wie jede große politische Entscheidung in einer Wechselwirkung Auswirkungen auf den einzelnen Menschen hat. Genau diese Schnittstelle macht Geschichte begreifbar und nahe. Am Ende dieser Doku-Reihe soll ein besseres Verständnis über die regionalen und nationalen Vorgänge der letzten 100 Jahre stehen: ein Gesamtbild, das aus vielen Schicksalen zusammengesetzt ist. Mein Dank gilt allen, die diese Idee umsetzten und dieses Wissen unserem Publikum weitergeben.“

Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser: „Es ist ein Muss, diesen Film zu sehen“

Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser dankte und gratulierte dem ORF und dem Filmteam für die großartige Umsetzung von „Unser Österreich – Kärnten/Koroška“: „Dieses ‚Universum History‘ ist ein Muss. Die Produktion ist deshalb so einzigartig, weil sie Geschichte anhand konkreter persönlicher Familienschicksale erlebbar macht. Der Film gehört gesehen, weil es gelungen ist, die Geschichte der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Durch die Unterstützung dieser Produktion investiert Kärnten über die eigene Geschichte in die Zukunft.“

ORF-Kärnten-Landesdirektorin Karin Bernhard: „Film macht klar, dass Mehrsprachigkeit Türen öffnen kann“

ORF-Kärnten-Landesdirektorin Karin Bernhard: „Der ORF Kärnten ist schon seit Jahrzenten als das ‚Alpe-Adria-Studio‘ bekannt und hat sich zum Ziel gesetzt, die Grenzen zu seinen Nachbarländern gedanklich für alle zu öffnen. Das Verständnis für die Kultur, die Vielfalt der Natur und die Besonderheiten der Menschen, die so nah an unserer Grenze leben, soll hier geweckt und verstärkt werden. In der Geschichte Kärntens kam es immer wieder zu Konflikten aufgrund der Mehrsprachigkeit in unserem Bundesland. Es herrschte die Angst über das Anderssein vor, des Nichtverstehens, aber auch der ständigen Ausgrenzung im eigenen Heimatland. Mit dieser ‚Universum History‘-Sendereihe wird eindrucksvoll dokumentiert, welche Konflikte sich innerhalb von 100 Jahren in einem kleinen Lebensraum abgespielt haben und dass erst im Laufe der Jahre mit dem EU-Gedanken das Konfliktpotenzial seine Kraft verloren hat. Diese Dokumentation macht vor allem klar, dass Mehrsprachigkeit Türen öffnen kann, wenn man das Land sowie die Kultur achtet und sich vor allem mit den dort lebenden Menschen intensiv auseinandersetzt.“

Produzent Klaus Graf: „Familie Ressmann war für uns ein Glücksfall“

Produzent Klaus Graf dankte dem ORF für das Vertrauen, als nicht auf Dokus spezialisierte Produktionsfirma diese sehr familienbezogene Geschichte erzählen zu können: „Es ist ein Privileg, dass wir Geschichte aufgreifen und für die Nachwelt im Bild behalten können. Die Familie Ressmann war für uns ein Glücksfall, die Ehrlichkeit und Authentizität, wie sie ihre Geschichte erzählt haben, war beeindruckend.“ Darüber hinaus zeigte sich Graf vom schauspielerischen Talent in der Familie – Franc Ressmann sen. wird im Film von seinem Enkel Hans Ressmann dargestellt – begeistert.

„Kärnten – Ein Jahrhundert unterm Mittagskogel / Koroška – Stoletje pod Jepo“ – am 7. Juni in ORF 2

Menschen als Spielball der Großmächtepolitik – die Geschichte Kärntens im 20. Jahrhundert ist davon dramatisch geprägt. Inmitten eines Kulturraums, der italienische, slowenische und deutsche Einflüsse hat, die hier über Jahrhunderte zusammenflossen, sorgte der Nationalismus für Narben, die erst heute mit dem Verständnis für ein vielsprachiges Europa langsam verheilen. Der Hof der Familie Ressmann im Rosental liegt heute direkt an der Grenze zu Italien und Slowenien. Im Ersten Weltkrieg entstand hier die Front gegen Italien. Mit dem Ende der Monarchie lag ihr Hof in einem Gebiet, das vom SHS-Staat beansprucht wurde, letztendlich bei Österreich blieb. In der NS-Zeit erlebte die Familie, die slowenische Wurzeln hat, wie Ausgrenzung auch innerhalb von Grenzen zum Trauma wird. Ein Trauma, das sich erst ein halbes Jahrhundert danach auflöst.

 

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