Zeichnen gegen das Vergessen

Zeichnen gegen das Vergessen
Regie: Bärbel Jacks, 2015

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Manfred Bockelmann (1943), österreichischer Künstler, Maler und Fotograf, hat sich ein Ziel gesetzt: Er möchte mit seinen Zeichnungen ein aufrüttelndes Zeichen gegen das Vergessen setzen. Die unzähligen Kinder und Jugendlichen, die in den Jahren seiner Geburt und Kindheit dem Nazi-Terror zum Opfer fielen, will er wieder ins Bewusstsein holen. Mit Kohlestift auf grober Juteleinwand lässt er in horizontalen Linien ein übermanngroßes Portrait nach dem anderen entstehen. Als Vorlage benutzt er erkennungsdienstliche Fotografien, die bei der Ankunft der Kinder im Konzentrationslager gemacht wurden. Die kahlgeschorenen Opfer schauen dabei ahnungslos, aber voller Furcht ihren Tätern in die Augen.
Ein Mensch, der sich – mit den Mitteln der Kunst –  zur Lebensaufgabe gemacht hat, an diejenigen Kinder zu erinnern, die unter dem Naziterror-Regime leiden mussten und umgekommen sind.
Er möchte gegen das Vergessen arbeiten, damit sich das Grauen nicht wiederholt.
Der Film kann das Anliegen des Hauptprotagonisten unterstützen, auf demütigende, menschenverachtende Systeme aufmerksam zu machen. Er zeigt, wie wichtig es ist, unangenehme Geschichte nicht zu verdrängen, sondern zu verarbeiten. Der Dokumentarfilm soll sowohl die ältere Generation ansprechen, die sich noch aus eigener Anschauung erinnert, als auch die mittlere Generation, die über den Nazi-Terror viel in der Schule erfahren hat, für die das Ausmaß des Terrors aber immer noch schwer zu fassen ist, und nicht zuletzt die jüngere Generation, auch Schulklassen, weil sie sich mit den kindlichen und jugendlichen Opfern identifizieren. Und darüber hinaus ganz generell Menschen, die an einem sehr persönlichen Portrait über den außergewöhnlichen, engagierten Künstler Manfred Bockelmann interessiert sind.

Stab

Regie und Drehbuch: Bärbel Jacks
Kamera: Tobias Corts
Kameraassistenz: Richard Coburg, Jürgen Christa
Ton: Christoph Käsbauer, Andreas Kickel
Schnitt: Georg Fischer
Schnittassistenz: Marcus Ott
Transkription: Barbara Wüst, Theresa Fleischhauer
Komponist: Edgar Unterkirchner
Produktionsleitung: David Kunac

Produktionsdaten

Titel: Dokumentarfilm
Format: 67 min
Produktionszeit: Oktober 2012 – Oktober 2014
Drehorte: Kärnten, Wien, Auschwitz, München, USA
Produktion: FINAL FRAME Produktions GmbH
Produzenten: David Kunac, Klaus Brecht
Associate Producer: Klaus Graf, Gabriele Quandt