Nachhaltiges Produzieren endet nicht bei der Anreise oder dem Energieverbrauch. Von der Verpflegung über Mobilität bis hin zu Szenenbild und Kostüm wurden am Filmset zahlreiche Green-Filming-Maßnahmen umgesetzt, um Ressourcen zu schonen, Emissionen zu reduzieren und Materialien möglichst lange im Kreislauf zu halten. Das Ergebnis zeigt, dass ökologische Verantwortung und professionelle Filmproduktion erfolgreich miteinander vereinbar sind.
Lebensmittel sinnvoll weiterverwenden
Um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, wurden übrig gebliebene Speisen des Mittagessens nicht entsorgt. Stattdessen sammelten Crewmitglieder bereits im Vorfeld gereinigte Lebensmittelverpackungen, die als Behälter wiederverwendet wurden. Auf diese Weise konnten überschüssige Mahlzeiten an Freunde, Familienangehörige oder Motivgeber weitergegeben werden. Die Maßnahme reduzierte nicht nur Abfall, sondern sorgte auch dafür, dass hochwertige Lebensmittel sinnvoll weiterverwendet wurden.
Nachhaltige Mobilität
Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auf einer möglichst klimafreundlichen Mobilität. Insgesamt wurden 44 Prozent der zurückgelegten Kilometer nachhaltig absolviert – das entspricht rund 120.925 Kilometern. Dafür kamen öffentliche Verkehrsmittel ebenso zum Einsatz wie Elektro- und Hybridfahrzeuge. Für kurze Wege zwischen Set, Base und Motiven standen zusätzlich Fahrräder und E-Bikes zur Verfügung. So konnten Emissionen deutlich reduziert und gleichzeitig effiziente Transportwege gewährleistet werden.
Wiederverwendbare Infrastruktur
Auch bei der Organisation des Drehbetriebs wurde auf Nachhaltigkeit geachtet. Für die Wegweisung zum Set, zur Base und zu den Motiven kamen wiederverwendbare Hinweisschilder zum Einsatz. Diese befinden sich bereits seit vielen Jahren im Bestand der Motivaufnahmeleitung und werden produktionenübergreifend genutzt. Durch ihre langfristige Verwendung konnte auf die Herstellung neuer Beschilderungen verzichtet werden.
Ressourcenschonendes Szenenbild
Das Szenenbild verfolgte konsequent das Ziel, den Materialeinsatz so gering wie möglich zu halten. Bereits während der Motivsuche wurden Drehorte gezielt so ausgewählt, dass sie den Anforderungen des Drehbuchs möglichst ohne größere Umbauten entsprachen. Möbel und Requisiten wurden, wann immer möglich, ausgeliehen oder aus zweiter Hand beschafft.
Um Transportaufwand und damit verbundene CO₂-Emissionen zu reduzieren, wurden Requisiten und Dekorationsobjekte nach Möglichkeit über längere Zeiträume angemietet. Ergänzend kamen sowohl der projektinterne Fundus als auch private Bestände des Szenenbilddepartments zum Einsatz. Erst wenn keine dieser Möglichkeiten verfügbar war, wurden Gegenstände neu angeschafft. Holzmaterialien stammten überwiegend aus regionaler Beschaffung über den Lieferanten Tiro Tischler Rohstoffe.
Kostümbildfundus
Auch das Kostümbild setzte auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Grundlage bildet ein umfangreicher Fundus am Bodensee, der kontinuierlich erweitert wird – unter anderem durch Kostüme aus früheren Produktionen. Dadurch können zahlreiche Kleidungsstücke mehrfach verwendet werden und erhalten ein langes Produktleben.
Bei notwendigen Neuanschaffungen wurde, soweit verfügbar, auf zertifizierte Produkte geachtet. Individuelle Neuanfertigungen entstanden in Zusammenarbeit mit regionalen Schneiderinnen. So wurde beispielsweise das Ritualkostüm der Figur „Elisabeth Öttinger“ regional gefertigt und unter nachhaltigen Gesichtspunkten umgesetzt.
Fazit
Unsere Green-Filming-Maßnahmen umfassen den gesamten Produktionsprozess. Durch ressourcenschonende Beschaffung, wiederverwendbare Materialien, klimafreundliche Mobilität und den bewussten Umgang mit Lebensmitteln konnten ökologische Auswirkungen spürbar reduziert werden. Gleichzeitig belegen die Maßnahmen, dass sich Nachhaltigkeit und hohe Produktionsqualität sinnvoll ergänzen.
Green Infos & Fotos: Janine Ziemeck / Green Consultant Die Toten vom Bodensee Folge 27+28+29
